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Nr. 07 (2021): Martin Streit - Light, seeking light. Malerei und camera obscura Fotografie
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Ulrich Rehm

EDITORIAL: "Light, seeking light".

Malerei und camera obscura-Fotografie von Martin Streit

Martin Streit (*1964 in Koblenz) gehört zu jenen Maler*innen seiner Generation, deren Anliegen in hohem Maße darin besteht, ihre Bildfindung aus dem Umgang mit der Farbe zu entwickeln, dem Farbmaterial und den damit zu erzielenden Farbwerten. Dabei ist die Bildproduktion durch bestimmte Vorgaben eingegrenzt, die es erlauben, Farbe in immer neuen Gestaltungsvarianten als maßgeblichen Bildgegenstand und ihre aus dem Bildnerischen erwachsende Form als das eigentliche Thema erfahrbar zu machen. Im Falle Martin Streits betrifft das unter anderem das Verhältnis von Farbe und Form, das Zusammenstimmen und Kontrastieren von Farben im Sinne eines ‚Farbklangs‘, das Wechselspiel von Opazität und Transparenz, das Markieren und Verschleiern von Grenzen, das Evozieren von Leuchtkraft. Im Umgang mit alledem kann es vorkommen, dass im Produktionsprozess immer neue Überarbeitungsschritte erfolgen. Als wichtiges Anliegen formuliert der Künstler im anschließend abgedruckten Interview, dass er seine Arbeiten in eine Art Selbständigkeit entlassen kann, in der sie sich behaupten und ihren Betrachter*innen eine dialogische Teilnahme am Bildlichen ermöglichen.

Zahlreiche Maler*innen der vorausgehenden Generation formulierten das Grundanliegen, den Eigenwert der Malerei und somit des Arbeitens mit Farbe hervorzuheben, verbunden mit der oft vehementen Forderung, das gegenständliche Darstellen aus der Malerei zu verabschieden. Dabei wurden vielfältige, individuelle Positionen entwickelt und praktiziert. ‚Analytische‘, ‚radikale‘, ‚essentielle‘ Malerei waren gängige Begriffe jener Zeit für das, was heute oft ebenso schlicht wie unscharf als ‚Farbmalerei‘ bezeichnet wird. [...]

Ausgerechnet über die antike Technik der Lochkamera ist der Maler Martin Streit zum digital immigrant geworden und mit ihm in gewisser Weise auch die Farbmalerei selbst. Dabei treten Maler und Kamera nachdrücklich, gewissermaßen ihre Reverenz erweisend, hinter die erste Ursache, das Licht, zurück. [...]

Zwei aufeinanderfolgende Seminare unter der Beteiligung Martin Streits an der Ruhr-Universität im Sommersemester 2021 und im derzeit laufenden Wintersemester 2021/2022 dienten der Vorbereitung und der Durchführung der Ausstellung. Im ersten Seminar wurden unter dem Stichwort ‚Spannungsfelder‘ maßgebliche Charakteristika des künstlerischen Arbeitens Streits herausgearbeitet und diskutiert. Die möglichen Themenfelder für eine Begleitpublikation von GA2. Kunstgeschichtliches Journal für studentische Forschung und Kritik wurden abgesteckt und in Angriff genommen. ‒ Das Ergebnis liegt hier nun vor.

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